Organisation und FührungDirektionsphaseDelegationsphase

„Uns fehlt eine zweite Führungsebene“

Lemur Media · Autor: Dominik Dębski · aktualisiert am 28.10.2026

Auf einen Blick

Eine fehlende zweite Führungsebene entsteht, wenn das Unternehmen schneller wächst als seine Führungskompetenz und operative Entscheidungen weiterhin über die Geschäftsführung laufen. Die Lösung: Führungsrollen mit klaren Entscheidungsrechten gestalten, die besten Fachkräfte entwickeln und Lücken durch Rekrutierung oder Interim-Management schließen.

Woran erkennt man das Problem?

  • Mitglieder der Geschäftsführung haben jeweils mehr als zehn direkte Berichtslinien.
  • Operative Entscheidungen warten auf die Sitzung der Geschäftsführung, und die Geschäftsführung hat keine Zeit für Strategie.
  • Aus den besten Fachkräften beförderte Führungskräfte erledigen weiterhin überwiegend Facharbeit.
  • Die Fluktuation in den Teams steigt, und in Austrittsgesprächen werden immer wieder fehlende Entwicklung und fehlendes Feedback genannt.

Was sind die Ursachen?

  1. 01Beförderung für fachliche LeistungDie besten Fachkräfte werden Führungskräfte, ohne auf Personalführung vorbereitet zu sein.
  2. 02Keine Delegation von EntscheidungenDie Geschäftsführung hat formal Führungskräfte ernannt, ihnen aber weder Budgets noch Entscheidungsbefugnisse übertragen.
  3. 03Struktur aus einer früheren PhaseDie Organisationsstruktur hat sich nicht verändert, seit das Unternehmen um ein Mehrfaches kleiner war.
Erscheinungsbild des Problems nach Zahl der Mitarbeitenden
MitarbeitendeTypisches Bild
1⁠–⁠49 MitarbeitendeAlle berichten an die Gründer, und die ersten Führungsrollen entstehen erst in der nächsten Wachstumsphase.
50⁠–⁠249 MitarbeitendeEs gibt Führungstitel, aber die Führungskräfte haben weder Budgets noch Teamziele noch das Recht, einzustellen.

Welche Fragen sollte die Geschäftsführung stellen?

  • Wie viele Personen berichten direkt an jedes Mitglied der Geschäftsführung?
  • Welche Entscheidungen dürfen Führungskräfte ohne Zustimmung der Geschäftsführung treffen?
  • Wer würde jedes Mitglied der Geschäftsführung für drei Monate vertreten?

Welche Kennzahlen sollten Sie prüfen?

  • Führungsspanne (Anzahl direkter Berichtslinien) auf Ebene der Geschäftsführung und der Führungskräfte
  • Anteil operativer Entscheidungen, die ohne die Geschäftsführung getroffen werden
  • Freiwillige Fluktuation in den Teams nach Führungskraft

Welche Fehler sollten Sie vermeiden?

  • Massenhafte Vergabe von Führungstiteln ohne Änderung des Entscheidungsrahmens.
  • Einstellung mehrerer Manager aus Konzernen, ohne ihre Rollen an die Größe des Unternehmens anzupassen.

Wie läuft die Lösung ab?

Methoden: Lemur OS + Betriebsmodell. Die Reihenfolge der Maßnahmen bestimmt der Lemur-Kompass anhand von Wachstumsphase, Größe, Geschäftsmodell und Rentabilität des Unternehmens.

  1. 01StrukturentwurfFührungsrollen, Führungsspannen und die Verteilung der Verantwortung werden für die nächsten 18⁠–⁠24 Monate gestaltet.
  2. 02EntscheidungsrechteFür jede Rolle wird festgehalten, welche Entscheidungen eigenständig, nach Abstimmung oder nur mit Zustimmung der Geschäftsführung getroffen werden.
  3. 03Bewertung und EntwicklungDas Potenzial der aktuellen Führungskräfte wird bewertet und ein Programm zur Entwicklung von Führungskompetenzen gestartet.
  4. 04Lücken schließenFehlende Rollen werden durch Rekrutierung oder vorübergehend mit einer Interim- oder Fractional-Führungskraft besetzt.

Womit sollten Sie beginnen?

Diagnose von Struktur und Entscheidungsrechten mit der Geschäftsführung (2⁠–⁠3 Wochen).

Erstgespräch vereinbaren